Trust the Process: Warum Konstanz schneller macht als Heldentaten

01.02.2026

"Ab Montag ziehe ich das durch." Kennst du den Satz? Im Januar ist die Motivation riesig, im Februar kommen Job, Erkältung und schlechtes Wetter dazwischen. Genau jetzt entscheidet sich, wie deine Saison wird. Nicht durch die eine harte Einheit, sondern dadurch, dass du dranbleibst. Im letzten Beitrag ging es darum, Ziele zu setzen. Heute geht es darum, wie du sie auch dann verfolgst, wenn der Alltag dazwischenkommt.


Warum Heldentaten wenig bringen

Dein Körper passt sich an das an, was du regelmäßig von ihm verlangst. Eine einzelne Einheit am Limit fühlt sich großartig an, aber sie verändert für sich genommen wenig. Was dich schneller macht, ist die Summe vieler vernünftiger Einheiten über Wochen und Monate.

Die Heldentat hat sogar einen Haken: Wer sich am Wochenende komplett abschießt, braucht oft bis Mittwoch, um wieder normal zu trainieren. Unterm Strich hast du dann weniger trainiert, nicht mehr.

Training ist auch Gewohnheit

Spannend finde ich eine Studie des University College London. Dort wurde untersucht, wie lange es dauert, bis ein neues Verhalten zur Gewohnheit wird. Im Mittel waren es 66 Tage, je nach Person zwischen 18 und 254 Tagen. Und: Wer einmal einen Tag ausgelassen hat, hat die Gewohnheit dadurch nicht verloren.

Für dein Training heißt das: Die ersten Wochen sind die schwersten. Wenn du sie schaffst, wird es leichter. Und eine verpasste Einheit ist kein Grund, alles hinzuwerfen.

Jede Woche zählt. Auch die kurzen. 

Fünf Dinge, die dir beim Dranbleiben helfen

  1. Plane für dein echtes Leben. Lieber vier Stunden pro Woche, die du wirklich schaffst, als acht Stunden, die nur im Plan stehen.
  2. Leg dir eine Minimalversion zurecht. An schlechten Tagen sind 30 Minuten locker besser als gar nichts. Hauptsache, die Routine reißt nicht ab.
  3. Hol verpasste Einheiten nicht nach. Mach mit dem nächsten Tag im Plan weiter. Wer alles nachholen will, häuft nur Müdigkeit an.
  4. Mach Fortschritt sichtbar. Wenn du siehst, dass deine Werte steigen, fällt das Dranbleiben leichter. Welche Werte dafür taugen, erkläre ich im nächsten Beitrag.
  5. Versteh, warum du etwas tust. Wer weiß, wofür eine Einheit gut ist, zieht sie auch durch, wenn keiner zuschaut.
Zwei Rennradfahrer auf einer leeren Landstraße im Winter

Aus meiner Praxis

Die Fahrerinnen und Fahrer, die über eine Saison am meisten zulegen, sind selten die mit den spektakulärsten Einheiten. Es sind die, die einfach jede Woche da sind. Auch bei Regen, auch wenn es mal nur eine kurze Runde wird.


Was ich als Coach dazu beitrage

Ich sehe mich als Begleiter, nicht als jemand, der dir jeden Tag sagt, was du zu tun hast. Mein Ziel ist, dass du verstehst, wie dein Training funktioniert, und es selbst steuern kannst. Ein guter Plan passt sich deinem Alltag an und nicht umgekehrt. Deshalb schaue ich mir zuerst an, wie dein Alltag, deine Ziele und deine Vorgeschichte aussehen. Eine Schablone, die ich über alle lege, gibt es bei mir nicht. Wenn mal eine Woche schiefgeht, justieren wir nach und machen weiter. 

Du willst eine Saison lang dranbleiben und dabei Unterstützung haben? Schau dir an, wie mein Coaching funktioniert.  

Zum Coaching → 

Quelle

  1. Lally, P., van Jaarsveld, C. H. M., Potts, H. W. W. & Wardle, J. (2010): How are habits formed: Modelling habit formation in the real world. European Journal of Social Psychology, 40(6), 998-1009.
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Konrad, vortriebwerk

Über den Autor

Ich bin Konrad, Radsport-Trainer mit B-Lizenz von German Cycling und selbst ambitionierter Rennradfahrer. Mit vortriebwerk begleite ich dich im Raum Hamburg und online bei Bikefitting, Diagnostik und Coaching, sportphysiotherapeutisch fundiert.

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